EkD-Statistik belegt langfristige Mitgliedschaftsentwicklung

Mitgliederrückgang durch erhöhte  Austritte aus evangelischer Kirche

Die Kirchen in Deutschland haben auch im Jahr 2018 weiter an Mitgliedern verloren. Die jüngste Mitgliederstatistik, die die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) heute in Hannover veröffentlicht hat, bestätigt die langfristig rückläufige Entwicklung, auf die das Forschungszentrum Generationenverträge (FZG) der Albert-Ludwig-Universität Freiburg in ihrer ökumenischen Projektion der Kirchenmitglieder und der Kirchensteueraufkommen bereits Anfang Mai hingewiesen hatte. Siehe Meldung vom 03.05.19   >> hier

Nach den heute veröffentlichten Zahlen gehörten zum Stichtag 31.12.2018 insgesamt 21.140.599 Menschen einer der 20 Gliedkirchen der EKD an. Dies entspricht – wie schon im Vorjahr – einem Rückgang von rund 1,8 Prozent.

Bestätigt haben sich auch die in einigen Städten und Kommunen bereits im Frühjahr bekanntgewordenen höheren Austrittszahlen für die Kirchen im Jahr 2018. So lag die Zahl der Austritte in der evangelischen Kirche im Jahr 2018 rund 11,6 Prozent über der Vorjahreszahl. Nach den aktuellen Berechnungen auf Basis der gemeldeten vorläufigen Zahlen aus den Gliedkirchen der EKD traten 2018 rund 220.000 Menschen aus der evangelischen Kirche aus.

Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, unterstreicht:


„Jeder Austritt schmerzt. Da Menschen heute, anders als früher, aus Freiheit entscheiden, ob sie der Kirche angehören wollen, gilt es für uns heute noch deutlicher zu machen, warum die christliche Botschaft eine so starke Lebensgrundlage ist. Wir sind dankbar für die vielen Menschen, die sich heute aus Überzeugung für die Mitgliedschaft in ihrer Kirche entscheiden. Unser Land wäre ärmer und kälter ohne sie. Mehr denn je ist unsere Gesellschaft auf Menschen angewiesen, die aus der festen Hoffnung ihres Glaubens auf eine bessere und gerechtere Welt leben.“


Als weitgehend stabil erwies sich die Zahl der Taufen und Aufnahmen: Mit rund 170.000 Taufen und rund 25.000 Aufnahmen liegen die hochgerechneten Zahlen annähernd auf Vorjahresniveau. Die Zahl der evangelisch Verstorbenen lag 2018 mit rund 340.000 ebenfalls in vergleichbarer Größenordnung wie im Vorjahr.

Auf die finanzielle Situation der evangelischen Kirche hat der Rückgang bei den Mitgliederzahlen zwar zunächst noch keine sichtbaren Auswirkungen. Bedingt durch die positive Entwicklung der Löhne und Einkommen in Deutschland stieg das Kirchensteueraufkommen 2018 leicht an auf 5,79 Milliarden Euro. Mit dem Rückgang der Mitgliederzahlen werden sich laut der Projektion des FZG aber auch die finanziellen Möglichkeiten der beiden Kirchen bis 2060 in etwa halbieren. Den Berechnungen der Freiburger Wissenschaftler zufolge werden die Mitgliederzahlen beider Kirchen bis 2060 um rund die Hälfte zurückgehen. Aufgrund stärkerer Zuwanderungsströme aus dem Ausland verliert die katholische Kirche geringfügig weniger Mitglieder als die evangelische.

Die Kirchenmitgliedszahlen zum 31.12.2018 sind abrufbar >> hier

Weitere Informationen zur Mitgliederentwicklung in der evangelischen Kirche >> hier

Quelle: Pressemitteilung der EKD vom 19. Juli 2019