Lohndumping – Sozialministerin kritisiert Entlohnung von Pflegekräften

RundtNiedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) hat erneut die schlechte Entlohnung von Pflegekräften in Niedersachsen kritisiert. „Die Annäherung an das Gehaltsniveau anderer Bundesländer ist überfällig“, sagte die Ministerin am Montag zur Eröffnung eines Pflege-Fachtages in Hannover. Niedersachsen gehöre bei den Vergütungen von Fachkräften und Helfern bundesweit zu den Schlusslichtern.

Besonders auffällig sei dies in der Altenpflege, betonte Rundt. Hier zeige sich „eine gravierende Schieflage“. Der durchschnittliche Lohn einer Altenpflegefachkraft sei geringer als der eines Helfers in der Krankenpflege. Der Wettbewerb der Betreiber von Einrichtungen werde auf dem Rücken der Fachkräfte ausgetragen. „Wenn Pflegeeinrichtungen gute Arbeit in der Pflege über eine leistungsgerechte Bezahlung anerkennen wollen, merken sie schnell: Das gefährdet ihre wirtschaftliche Existenz.“ Das sei nicht akzeptabel, denn „diese Lohndumpingspirale gefährdet die Versorgungssicherheit im Land“.

Untersuchungen zufolge drohe bis 2030 deutschlandweit eine Versorgungslücke von einer halben Million Pflegefachkräften, allein in Niedersachsen seien es 50.000. Ein Schritt in die richtige Richtung sei das erneute Pflegestellen-Förderprogramm des Bundes. Bis 2018 sollen der Ministerin zufolge bis zu 660 Millionen Euro für zusätzliche Fachkräfte bereitgestellt werden. So sollten insgesamt 6.350 neue Stellen geschafft werden.

Quelle: epd sozial

Jeder dritte Beschäftigte hat überlange Arbeitszeiten

Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit: Überstunden:
Jeder dritte Beschäftigte hat überlange Arbeitszeiten

Gute ArbeitJeder dritte Vollzeitbeschäftigte in Deutschland arbeitet laut einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes 45 Stunden in der Woche oder mehr. Wie aus der repräsentativen Beschäftigtenbefragung zum DGB-Index Gute Arbeit 2015 hervorgeht, arbeiten 17 Prozent der Vollzeitbeschäftigten sogar mehr als 48 Stunden.

Die hohe Arbeitsbelastung geht zulasten der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmer wünschen sich laut Studie kürzere Arbeitszeiten.

Wie DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte, arbeiteten viele Beschäftigte nicht freiwillig länger. Buntenbach sprach sich für eine Stärkung der Arbeitnehmer aus: „Wir brauchen neue Regeln, damit die Beschäftigten ihre Arbeitszeit flexibel und selbstbestimmt gestalten können.“

Von allen Arbeitnehmern in Deutschland arbeiten nach der aktuellen DGB-Studie 60 Prozent regelmäßig länger als im Arbeitsvertrag vereinbart. Die Hälfte aller Beschäftigten liegt bei einer Arbeitszeit von 35 bis 44 Stunden. Überlange Arbeitszeiten von 45 Stunden oder mehr pro Woche haben 23 Prozent aller Beschäftigten (Vollzeit und Teilzeit). Bei den Vollzeitbeschäftigten liegt der Anteil derjenigen mit überlanger Arbeitszeit sogar bei 33 Prozent.
Näheres siehe auch im DGB Bericht zur Studie    >> hier

Kabinett beschließt Pflegekammer

 

Landesregierung startet Gesetzgebung

Das Kabinett hat am gestrigen Dienstag die Einführung einer Pflegekammer beschlossen. Mit diesem äußerst umstrittenen Vorhaben soll ein Selbstverwaltungsorgan, das sich um die Weiterbildung und Berufsordnung in der Pflege kümmern soll, geschaffen werden. Dies stößt jedoch weiterhin auf breite Kritik.
Wie die Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege ausführt, „ignoriert das Ministerium nach wie vor die massiven, begründeten Bedenken, die von vielen Seiten gegen eine Pflegekammer angeführt werden“.

Hartmut Tölle, der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Niedersachsen erklärte:

„Obwohl Tausende Beschäftigte und Gewerkschaften zusammen mit Arbeitgebern ihre guten Argumente vorgebracht haben, hält die rot-grüne Landesregierung krampfhaft an ihren Plänen fest. Diese neue Behörde wird ein bürokratisches Monstrum, das den Beschäftigten keine Vorteile bringt. Das große Problem in der Pflegebranche sind die schlechten Arbeitsbedingungen. Durch die Pflegekammer werden diese keinen Deut besser. Im Gegenteil: Pflichtmitgliedschaft und Zwangsbeiträge werden die Beschäftigten zusätzlich belasten.“

Bessere Arbeitsbedingungen in der Alten- und Gesundheitspflege ließen sich nur durch mehr Personal, flächendeckende Tarifverträge und ausreichende finanzielle Mittel für Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Dienste schaffen.
2016_01 Resolution Pflegekammer2

Neuer Leiter für Bundesakademie

Klaus ZillerKlaus Ziller (55) wird neuer Leiter der Bundesakademie für Kirche und Diakonie in Berlin. Der Aufsichtsrat der Akademien für Kirche und Diakonie habe den Theologen und Pädagogen zum Geschäftsführer der Bildungseinrichtung berufen, teilte die Diakonie am Montag mit. Zum 1. September 2016 soll Ziller die Nachfolge von Wolfgang Hoffmann antreten.

Ziller ist Referatsleiter im Bildungsdezernat der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Er bringt umfassende Berufserfahrung in der Bildungsarbeit mit. Er war unter anderem als Studienleiter am Pädagogisch-Theologischen Zentrum in Thüringen tätig. Außerdem verfügt er den Angaben nach über Kenntnisse in der Personalentwicklung und im Qualitätsmanagement.

Die Bundesakademie für Kirche und Diakonie bietet für Menschen in sozialen Arbeitsfeldern Bildungsangebote. Gemeinsam mit der Führungsakademie für Kirche und Diakonie bildet sie die Akademien für Kirche und Diakonie.
Quelle: epd sozial

ACK Klausel: Diakoniechef für nichtchristliche Diakoniebeschäftigte

Bammessel-BayernDer bayerische Diakoniepräsident Michael Bammessel hat sich dafür ausgesprochen, in Zukunft auch nichtchristliche Mitarbeiter in der Diakonie zu beschäftigen. In seinem Videoblog im sozialen Netzwerk Facebook erklärte Bammessel am 2. Februar, er sei für eine „gewisse Öffnung“.

Derzeit gilt in Kirche und Diakonie die sogenannte „ACK-Klausel“, wonach Beschäftigte einer Mitgliedskirche der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) angehören müssen.

In manchen Arbeitsbereichen wie in der Altenpflege seien Stellen „nur noch mit großen Mühen“ zu besetzen, erklärte Bammessel. Außerdem dürfe die Diakonie nicht Flüchtlinge, die nicht den christlichen Glauben haben, von den Arbeitsplätzen der Diakonie ausschließen. „Da würden wir einen Auftrag, den wir an diesen Menschen haben, nicht erfüllen.“

Bammessel zeigte sich überzeugt, dass das christliche Profil der Diakonie mit einer offeneren Regelung nicht leiden würde. „Eine gewisse Öffnung tut uns gut“, sagte der bayerische Diakoniepräsident. Eine Abschaffung der ACK-Klausel hatte jüngst der neue Rektor der Diakonie Neuendettelsau, Mathias Hartmann, ins Gespräch gebracht  (siehe Meldung vom 25. Januar >> ) . Im Sommer 2015 hatte die Evangelische Stiftung Alsterdorf als größter diakonischer Dienstgeber in Norddeutschland die Bedingung formaler Kirchenzugehörigkeit für ihre Mitarbeiter aufgehoben.

Bsirske kritisiert Arbeitsvertragsrichtlinien

Tarifverträge bieten besseren Schutz
Frank_BsirskeTarifverträge schützen besser als jede AVR! Diese Aussage traf ver.di-Chef Frank Bsirske in einem Gespräch mit der Fachzeitschrift „Wohlfahrt intern“.
In der Februar-Ausgabe erklärt er, dass die Regelungsautonomie des Dritten Weges zu Verschlechterungen im Lohnniveau der Unternehmensdiakonie geführt habe. Weiterlesen

Reallohnanstieg für Arbeitnehmer

Einkommensentwicklung

Geld4Die Arbeitnehmer in Deutschland hatten 2015 statistisch gesehen deutlich mehr Geld in der Tasche als im Vorjahr. Die Reallöhne seien vergangenes Jahr um 2,5 Prozent gestiegen und damit so stark wie noch nie seit Beginn der Datenerfassung 2008, so das Statistische Bundesamt. Gründe seien die niedrige Inflationsrate und steigende Verdienste. Die Verbraucherpreise erhöhten sich demnach moderat um 0,3 Prozent.

 

Diese Reallohnsteigerung wird jedoch keine Veränderung der ungleichen Verteilung des Vermögens in Deutschland bewirken. Die Spaltung in arm und reich hat in den vergangenen zehn Jahren noch deutlich zugenommen. So verfügten die oberen zehn Prozent der Haushalte nach den jüngsten Daten (2013) über 51,9 Prozent des Nettovermögens, zehn Jahre zuvor waren es noch 49,4 Prozent. Die unteren 50 Prozent der Haushalte verfügten 2013 nur über ein Prozent des Nettovermögens, 2003 waren es 2,6 Prozent. Siehe auch Meldung vom   >> 26. Januar 2016

Niedersachsen will ausländische Berufsabschlüsse leichter anerkennen

Gesetzesnovelle beschlossen
Niedersachsen will ausländische Berufsabschlüsse leichter anerkennen

wappen-niedersachsenDie Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen soll in Niedersachsen künftig einfacher werden. Das Kabinett hat eine entsprechende Gesetzesnovelle beschlossen, die nun in den Landtag eingebracht werden soll. Einwanderer sollten die Chance erhalten, möglichst schnell ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen, teilte Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) am Mittwoch mit.
Mit dem Gesetz soll ein Rechtsanspruch auf eine unabhängige, kostenlose Beratung geschaffen werden, wie Abschlüsse anerkannt werden können. Auch Flüchtlingen steht der Zugang dazu offen. Ziel sei es, allen Einwanderern einen chancengleichen Zugang zum Arbeitsmarkt zu verschaffen. Sollte dies zunächst nicht möglich sein, erhielten die Betroffenen einen Anspruch auf anpassende Qualifizierungsmaßnahmen.

Zur Erleichterung der Berufsanerkennungen beteiligt sich das Land zudem seit 2015 mit jährlich bis zu 480 000 Euro an der Finanzierung des Netzwerkes Niedersachsen  >>www.migrationsportal.de. Gemeinsam mit dem Bund und der EU wird damit der qualifizierte Zugang zum Arbeitsmarkt für Einwanderer gefördert.

Junge Beschäftigte nehmen oft ihre Pause nicht

Arbeits- und Gesundheitsschutz

Mach_mal_PauseEtwa ein Fünftel der Erwerbstätigen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren arbeitet in Deutschland laut einer Studie häufig ohne Pause. Vor allem in der Dienstleistungsbranche verzichteten junge Beschäftigte auch an Tagen mit mehr als sechs Stunden Arbeitszeit auf eine Erholungsphase. Zu diesem Ergebnis kommt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin nach einer Befragung junger Arbeitnehmer, wie sie am Dienstag in Dortmund mitteilte.

Den Verzicht auf die Pause begründe etwa die Hälfte der Befragten mit der Arbeitsfülle.

Die Behörde wies darauf hin, dass Arbeitspausen und Ruhezeiten der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten dienten. Deshalb seien sie gesetzlich geregelt. Dennoch ließen junge Erwerbstätige ihre Pausen häufig ausfallen. Dabei geben Frauen (54 Prozent) häufiger als Männer (43 Prozent) an, aufgrund der Arbeitsmenge auf eine Pause zu verzichten. Darüber hinaus erklärte ein Drittel aller Befragten, dass sich Pausen nicht in ihren Arbeitsablauf integrieren lassen. Nach Angaben der Behörde des Bundesarbeitsministeriums gehört es zu den Fürsorgepflichten des Arbeitgebers, auf die Einhaltung von Erholungszeiten zu achten.

Die Befragung von 3.200 jungen Arbeitnehmern fand 2012 statt und wurde nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin erst kürzlich detailliert ausgewertet.

 

Quelle: epd sozial

BAG: Dank für Information ist keine Zustimmung

bundesarbeitsgericht110_v-klein16x9Kirchliche Arbeitgeber dürfen Beschäftigte erst nach Abschluss des Mitbestimmungsverfahrens kündigen. Hat die Mitarbeitervertretung (MAV) nach dem Hinweis auf eine beabsichtigte Kündigung lediglich erklärt, „für einen weiteren Austausch zur Verfügung“ zu stehen, stellt dies noch keine Zustimmung zur Entlassung des Arbeitnehmers dar. Weiterlesen

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