Die Antwort – ist keine Antwort!

Unter der Federführung der Gewerkschaft Verdi, wurde im Mai ein offener Brief an das Sozialministerium, den Kommunen und Städten in Niedersachsen verschickt. Dieser Brief wurde von einer großen Anzahl von Betriebsräten und Mitarbeitervertretungen aus Einrichtungen der Eingliederungshilfe unterstützt. Kernpunkt des Briefes, der den Ist Zustand der Eingliederungshilfe in Corona Zeiten beschrieb, waren konkrete Forderungen, die da lauteten:

  • Das Land Niedersachsen muss Maßnahmen nach dem Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG) von 75% auf 100% aufstocken.
  • Sofortige und verbindliche Kostenübernahmezusagen der Leistungsträger für alle Bereiche der Eingliederungshilfe sowie für die zusätzlichen Kosten für Schutzmaterialien und zusätzliches Personal.
  • Ausreichende Ausstattung der Leistungserbringer mit Arbeitsschutzmaterial (Filtrierende Gesichtsmasken, Schutzkittel, Handschuhe, Desinfektionsmittel, Schutzbrillen, Hauben etc.).
  • Analog des Bonus für den Altenpflegebereich ein Bonus von 1.500 € als Anerkennung für die besonderen Belastungen der Arbeitnehmer*innen in der Eingliederungshilfe.

In der Antwort wird mit Ausnahme der nun vorhandenen Schutzausrüstung auf keine Forderung konkret eingegangen.

Die Situation in den Einrichtungen sieht wie folgt aus:

  • SodEG hat sich in Niedersachsen nicht auf 100% erhöht.
  • Anträge auf Kostenübernahme von Mehrbelastungen, wie zusätzliche Kosten für Schutzausrüstungen und Personal wurden bisher nicht erstattet.
  • Schutzausrüstungen sind jetzt vorhanden, jedoch werfen wir den Blick zurück; da haben Kollegen ohne ausreichende Schutzausrüstung gearbeitet und sind vereinzelt mit dem Virus infiziert worden.
  • Der Bonus für die erschwerten Bedingungen ist nicht in der Behindertenhilfe angekommen. Auf diese Ungleichbehandlung wird mit keinem Wort eingegangen, obwohl diese Frage zu erheblichem Unmut innerhalb der Mitarbeiterschaften geführt hatte.

Hohe Belastung in Werkstätten und Wohneinrichtungen

Weiterhin besteht in der Behindertenhilfe eine erhebliche Belastung für die Arbeitnehmer*innen. Die Werkstätten haben durch die Corona Maßgaben geringere Aufnahmemöglichkeiten und müssen selbst sehr kreativ sein, um viele kleinere Gruppen mit der gleichen Personaldecke betreuen zu können.

Ebenso kritisch sieht es zurzeit für die Arbeitnehmer*innen in den Wohneinrichtungen aus. Aufgrund eingeschränkter Aufnahme in den Werkstätten leisten die Kollegen nach wie vor mit Tagesangeboten und eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten der Bewohner ganztägige Betreuungen. Ganz abgesehen von noch mehr bürokratischen Aufwand durch Pandemie-und Besuchsdokumentationen.

Es wird wieder einmal deutlich, dass wir anscheinend nicht sehr weit kommen, wenn wir uns nur mit Forderungen begnügen.

So richtig die Forderungen sind, so brauchen wir mehr Nachdruck. Und zwar ähnlich solidarisch wie in diesem Brief.

Und dieser kann nur auf der Straße passieren!

Junge Menschen an sozialen und pflegenden Berufen interessiert

Das SINUS-Institut führte die Studie „Kindertagesbetreuung & Pflege – attraktive Berufe?“ durch. Im Rahmen der Sinus-Jugendbefragung wurden zwei repräsentative Onlinebefragungen mit 1.010 Jugendlichen für den Bereich Frühe Bildung und 1.005 Jugendlichen für den Bereich Pflege durchgeführt. Dabei wurden Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 20 Jahren, repräsentativ für ganz Deutschland befragt. Knapp ein Viertel der befragten Jugendlichen kann sich vorstellen, in der Kindertagesbetreuung (24 Prozent) bzw. Pflege (21 Prozent) zu arbeiten.

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Arbeitskreise finden wieder statt

Die nächsten agmav-Arbeitskreise werden wieder stattfinden. Wir beginnen mit dem Arbeitskreis Jugendhilfe am Montag, den 29.06.2020. Alle weiteren Arbeitskreise finden zu den abgestimmten Terminen, die auch auf der Homepage veröffentlicht sind, statt.

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Online-Befragung zur HEP-Ausbildung

Wie sieht die aktuelle Ausbildungssituation in der Heilerziehungspflege (HEP) aus? Welche Unterschiede gibt es zwischen den Bundesländern und einzelnen Einrichtungen?
Um hier einen Überblick zu erhalten, hat die Gewerkschaft ver.di eine Online-Befragung gestartet. Auf deren Grundlage sollen konkrete Forderungen zur Verbesserung der Bedingungen und Attraktivität der HEP-Ausbildung entwickelt werden.
Der Vorstand der agmav-Niedersachsen empfiehlt die Teilnahme an der Befragung.

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Niedersachsen schafft Schulgeld ab

Foto: U.Weinreich / pixelio.de

9,1 Millionen für kostenlose Ausbildung in Gesundheitsberufen

Das Land Niedersachsen stellt Insgesamt 9,1 Millionen Euro im Haushalt 2020 bereit, um das Schulgeld für die Ausbildungen in den Gesundheitsberufen abzuschaffen. Bis 2022 will das Land 18,8 Millionen Euro in die Schulgeldfreiheit investieren.



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Die Arbeit mit Menschen – Was ist sie uns wert?

Untersuchung aus einer gleichstellungspolitischen Perspektive

Im Mittelpunkt der Auswertung stehen Berufe mit einem hohen Frauenanteil, die durch die Arbeit mit Menschen geprägt sind. Interaktionsarbeit findet sich besonders häufig in den Bereichen “Pflege und Gesundheit”, “Hotel, Gastronomie und Tourismus” sowie “Unterricht, Bildung und Soziales”.

Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl die psychischen als auch die physischen Belastungen in diesen Berufen sehr groß sind. Zu den zentralen Herausforderungen gehören neben hohen emotionalen Anforderungen v.a. auch eine Arbeitsweise, die häufig durch Zeitdruck und Personalmangel geprägt ist.

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ver.di: Umfrage zum Thema Arbeitszeit

geralt / Pixabay

Die letzten Tarifrunden in verschiedenen Bereichen haben gezeigt, dass das Thema Arbeitszeit ein wichtiges Thema ist. ver.di interessiert befragt nun die Kolleg*innen im Gesundheits- und Sozialwesen was ihnen in den nächsten Verhandlungsrunden wichtig ist!
Deshalb sind ab sofort bis zum 30. Juni auch die Beschäftigten in kirchlichen Einrichtungen eingeladen, sich zu beteiligen. Auch wenn sie selbst noch nicht den Schutz eines Tarifvertrages haben. Alle Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen sind aufgerufen, sich an der Online-Befragung zu beteiligen. ver.di will eine breite Arbeitszeitdiskussion anstoßen – denn die ist für eine große Beteiligung und den gemeinschaftlichen Erfolg unerlässlich.

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Lobetalarbeit Celle:

Ulrike Drömann neuer theologischer Vorstand

Ulrike Drömann ist neuer theologischer Vorstand des diakonischen Unternehmens Lobetalarbeit in Celle. Die 51-Jährige ist die Nachfolgerin von Carsten Bräumer, der sich vor einem Jahr unerwartet von seinen Aufgaben entbinden ließ. Siehe Meldung  >> Weiterlesen

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  • Drömann: © Markus Weyel

Kühlung bei der Arbeit

Auch wenn sich viele auf den Sommer gefreut haben, so sind die Temperaturen der aktuellen Wetterlage sehr belastend. Mitarbeitervertretungen werden daher immer wieder gefragt, ob es Abhilfe gibt.
Leider gibt es im Arbeitsleben kein Hitzefrei wie früher in der Schule. Auch gibt es keine Erschwerniszulage wie z. B. bei der Arbeit am Hochofen. Was also tun? Vollklimatisierung für alle? Einen direkten Rechtsanspruch etwa auf klimatisierte Räume oder Hitzefrei gibt es leider nicht.

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