Bundeskanzlerin im Seniorenheim – Kontrollieren Leistungsträger wesentliches?

In dieser Woche löste Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Versprechen aus dem Wahlkampf ein. Sie besuchte eine Altenhilfeeinrichtung des evangelischen St. Johannesstift in Paderborn. Verschiedene Medien berichten von dem Besuch der Bundeskanzlerin.
Wie auch Gesundheitsminister Spahn wies Frau Merkel auf das Vorhaben der Bundesregierung hin, in den kommenden zwölf Monaten ein Maßnahmenpaket zur Beseitigung des Pflegenotstands auf den Weg zu bringen.

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Konzertierte Aktion Pflege

Ministerien starten gemeinsame Aktion gegen Pflegenotstand

Mit einer gemeinsamen Initiative wollen die Bundesministerien für Gesundheit, für Arbeit und für Familie den Pflegenotstand abwenden. An der Aktion beteiligen sich neben den drei Ministerien 40 Repräsentanten der Verbände und Sozialpartner die aus der Branche kommen oder für sie zuständig sind.

Bund, Länder und Akteure in der Pflege – wie zum Beispiel Berufsverbände, Kirchen, Krankenkassen, Betroffenenverbände, die Bundesagentur für Arbeit – sollen innerhalb eines Jahres konkrete Maßnahmen entwickeln und deren Umsetzung verbindlich vereinbaren. Dafür werden den Angaben zufolge fünf Arbeitsgruppen eingesetzt.

Arbeitsgruppe 1 „Ausbildung und Qualifizierung“
Arbeitsgruppe 2 „Personalmanagement, Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung“
Arbeitsgruppe 3 „Innovative Versorgungsansätze und Digitalisierung“
Arbeitsgruppe 4 „Pflegekräfte aus dem Ausland“
Arbeitsgruppe 5 „Entlohnungsbedingungen in der Pflege“

Die Geschäftsstelle der Aktion wird im Gesundheitsministerium eingerichtet.

 

Zu den Zielen äußerten sich die zuständigen MinisterInnen:
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

„Wir werden bis zu 50.000 zusätzliche Pflegekräfte brauchen. Da werden wir auch im Ausland suchen müssen.“

Mittels einer Ausbildungsoffensive sollen mehr Menschen dazu gebracht werden, „diesen verantwortungsvollen Beruf zu ergreifen“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Pflegekräfte sollen ermuntert werden, in den Job zurückzukehren oder wieder Vollzeit darin zu arbeiten, erklärte er. Dafür wäre auch eine Prämie denkbar.

Er sprach sich ferner für eine „gerechte Bezahlung“ sowie für attraktivere Arbeitszeiten aus. Ferner erneuerte er seine Forderung nach Fachkräften aus Balkanstaaten wie Albanien oder dem Kosovo. Visa- und Anerkennungsverfahren müssten dafür aber schneller werden.

 

Familienministerin Franziska Giffey (SPD)

„Es muss cool werden, Pflegekraft zu sein“

Die Mehrheit der Pflegekräfte wünsche sich mehr Zeit für ihre Patienten. Pflegen nach der Stoppuhr müsse ein Ende haben. Derzeit kämen auf 100 offene Stellen lediglich 28 arbeitslos gemeldete Altenpfleger. Daher müsse die Ausbildung attraktiver werden. Ein Beraterteam aus 40 Personen solle künftig durch Deutschland ziehen und Schüler über Pflegeberufe zu informieren., betonte sie.

 

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD)

„Ich schäme mich ein bisschen dafür, dass wir in Deutschland überhaupt als absolute Lohnuntergrenze einen Pflegemindestlohn von derzeit 10,55 Euro im Westen und 10,05 Euro im Osten festlegen mussten“

 

Es sei nötig, in dem Bereich mehr Tarifbindung zu schaffen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Derzeit seien in der Altenpflege 80 Prozent der Beschäftigten nicht tarifgebunden. Zugleich gebe es mehr und mehr Bedarf. In den nächsten Jahren werde die Zahl der an einer Demenz erkrankten Menschen Jahr für Jahr um 40.000 zunehmen. „Das können wir selbst sein, das können unsere Angehörigen sein und wir wollen dass sie gut versorgt sind“, unterstrich Heil.

 

Näheres siehe auch unter www.bundesgesundheitsministerium.de/konzertierte-aktion-pflege       >> hier

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  • Jens_Spahn: © BMG
  • Franziska Giffey: Pressefoto CC BY 4.0
  • HubertusHeil: BMAS / Susi Knoll
  • cool pflegen: jung & naiv

Österreich: Arbeitszeitverlängerungsgesetz beschlossen

Was mit Arbeitnehmerrechten passiert, wenn Rechtspopulisten das Sagen haben, sieht man aktuell in Österreich. Dort hat die rechtskonservative Koalition aus ÖVP und FPÖ ein Arbeitszeitverlängerungsgesetz beschlossen. Es ermöglicht zukünftig den 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche. Die Ausweitung der zulässigen Höchstarbeitszeit wurde Anfang Juli mit den Stimmen der wirtschaftsliberalen Partei Neos beschlossen.

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EuGH bewertet erneut kirchliche Sonderrechte

Generalanwalt stellt Schlussanträge in der Rechtssache C-68/17

Der EuGH hat erneut zu entscheiden, ob die exklusiv in Deutschland geübte Praxis der kirchlicher Privilegien im Arbeitsrecht mit dem EU Recht im Einklang steht.

Nach Ansicht von Generalanwalt Wathelet steht das Verbot der Diskriminierung wegen der Religion dem entgegen, dass einem katholischen Chefarzt eines katholischen Krankenhauses aufgrund seiner Scheidung und Wiederheirat gekündigt wird. Weiterlesen

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  • EUGH: EuGH

Fachkräftemangel

11.000 Erzieherstellen in Kitas vakant

Regenwolke0 / Pixabay

Der Fachkräftemangel sorgt allenthalben für Furore. Nachdem die verschiedensten Zahlen fehlender Fachkräfte im Bereich der Kranken- und Altenpflege erschrecken lassen, sind nun amtliche Angaben zu den fehlenden Fachkräften in den Kindertagesstätten erfolgt. Weiterlesen

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SBV in Diakonie und Kirche

Kollegialer Austausch im Diakonischen Werk Hannover

Das Diakonische Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen (DWiN) lädt regelmäßig zum Treffen der Schwerbehindertenvertretungen ein.

Ob in Diakonie oder Kirche, in vielen Einrichtungen sind Schwerbehindertenvertretungen (SBV) wichtige Ansprechpartner für betroffene Kolleginnen und Kollegen. Weiterlesen

Fortbildungstipp zur Sommerzeit

Das Redaktionssteam empfiehlt zwei Fortbildungen unseres Fortbildungsanbieters  „dia e.V.“:

Arbeits- und Gesundheitsschutz für Fortgeschrittene (27. – 31.08.2018)

Arbeit kann eine wichtige Quelle der Gesundheit sein. Menschen wollen sinnvoll tätig sein und etwas zum Gelingen beitragen. Arbeit tut gut, wenn Gaben, Talente und Fähigkeiten gefragt sind, wenn Beschäftigte sie in einem wertschätzenden Umfeld einbringen können. Weiterlesen

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Drittes öffentliches Hearing:

Kirchen und ihre Verantwortung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs

Das 3. Öffentliche Hearing der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs am 27. Juni 2018 in der Akademie der Künste in Berlin widmete sich dem Umgang mit Fällen sexuellen Kindesmissbrauchs in der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland. Weiterlesen

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