Tausende Stellen in der Pflege vakant

In einer kleinen Anfrage haben sich Abgeordnete der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN nach der Anzahl der derzeit vakanten Stellen in der Alten- und Krankenpflege erkundigt.

Die Antwort der Bundesregierung stützt sich auf Daten der Bundesagentur für Arbeit und macht deutlich: gesucht wird im gesamten Pflegebereich. Insbesondere bei Fachkräften sind hohe Vakanzen zu verzeichnen.

20.000 gemeldete freie Stellen in der Altenpflege

In der Altenpflege sind mit 20.000 freien Stellen am meisten Arbeitsplätze zu besetzen. Von den 20.000 Stellen entfallen 13.000 auf Fachkräfte/Spezialisten und 7.000 auf Hilfskräfte. Auch bei Gesundheits- und Krankenpflegern sieht die Situation nicht besser aus. In ihrer Statistikgruppe, in der sie gemeinsam mit Rettungsdienst und Geburtshilfe geführt werden, sind 16.000 offene Stellen gemeldet. Davon rund 15.000 für Fachkräfte und 1.400 für Hilfskräfte.

Damit liegen die absoluten Zahlen minimal unter dem Vorjahresdurchschnitt, befinden sich aber weiterhin stabil auf einem hohen Niveau.

Arbeitslose Pflegefachkräfte können Bedarf bei Weitem nicht decken

Zieht man weitere Statistiken der Bundesagentur für Arbeit zu Rate, so wird deutlich, dass der Bedarf auch mit arbeitslosen Pflegefachkräften bei Weitem nicht gedeckt werden kann. So kamen beispielsweise in der Altenpflege im Jahr 2020 auf 100 gemeldete Arbeitsplätze nur 26 arbeitslose Fachkräfte. In der Krankenpflege sieht das Verhältnis mit 100 zu 47 nicht wesentlich besser aus. Umgekehrt verhält es sich jedoch bei den Pflegehilfskräften. Hier kamen 2020 in der Altenpflege 442 arbeitslose Pflegehilfskräfte auf 100 gemeldete Stellen. In der Krankenpflege lag die Zahl mit 367 arbeitslosen Pflegehilfskräften zwar niedriger, aber dennoch deutlich über dem Stellenangebot.

Fazit: Qualifizierung könnte helfen, Berufsbild muss attraktiver werden

Auch die Bundesagentur für Arbeit schließt aus den vorliegenden Daten, dass der Bedarf auch mittelfristig nicht aus den gemeldeten arbeitslosen Fachkräften zu decken ist. Da bei den Pflegehilfskräften jedoch derzeit ein deutliches Überangebot besteht, könnte eine Qualifizierung von Pflegehilfskräften zu Pflegefachkräften die Problematik abmildern. Ganz beseitigen lässt sie sich auf diesem Weg jedoch sicherlich nicht, sodass das vorrangige Ziel sein muss, das Berufsbild der Pflegefachfrauen und -männer für die Zukunft attraktiver zu gestalten. Nur mit attraktiven Arbeitsbedingungen lassen sich junge Menschen für diesen Berufszweig begeistern. Dazu gehören neben einem adäquaten Gehalt insbesondere flexible Arbeitszeitmodelle, um private und berufliche Bedürfnisse zu vereinen.

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Gutschein für eine Nachtschicht

Wie angekündigt fand im Rahmen der Tarifrunde Diakonie Niedersachsen am 27.05.2021 in der Dachstiftung Diakonie das nächste Treffen der Arbeitgeber*innen statt. Die Arbeitgebervertreter*innen trafen sich in einer Hybridsitzung. Doch Herr Daub, ein Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des DDN und Theologischer Vorstand der Dachstiftung Diakonie, war vor Ort und nahm von Frau Klausing (Verhandlungsführerin von ver.di) anstelle von Herrn Dr. Rannenberg (Verhandlungsführer der Arbeitgeber*innenseite) einen Gutschein für eine Nachtschicht entgegen. Begleitet wurde sie von einer Delegation und dem Verhandlungsführer des Marburger Bundes Dr. Matthias Schloz.

Herr Daub versicherte, dass ihm bewusst ist wie schwer und anstrengend die Arbeit im Nachtdienst ist, jedoch verwies er auch auf Refinanzierungsschwierigkeiten und eventuelle Ungerechtigkeiten, wenn der Nachtzuschlag erhöht werde. Das Gesagte fand keinen positiven Widerhall bei der Delegation.

Er bedanke sich, auch im Namen von Herrn Dr. Rannenberg, für die „Einladung“ zu einem Nachtdienst und sicherte Frau Klausing zu sich als bald bei ihr zu melden damit sie seinen Einsatz organisieren kann.

Wir sind gespannt!

Eine Nachtschicht?

Aus sicherer Quelle wissen wir, dass sich die Arbeitgeber*innenseite der Tarifkommission morgen in der Dachstiftung Diakonie trifft, um sich über die Forderungen der Arbeitnehmer*innenseite zu beraten. Hoffentlich können sich die Arbeitgeber*innen an das Video der Kollegin aus der Altenpflege erinnern, die u.a. Herrn Rannenberg (Verhandlungsführer des Diakonischen Dienstgeberverbandes in Niedersachsen) auffordert mal eine Nachtschicht mitzuarbeiten. Natürlich ist dies, weder in dem Video noch im Forderungskatalog, die einzige Forderung sondern die Entgeltsteigerung, die Gleichbehandlung der Teilzeitbeschäftigten bei der Definition der Überstunde und auch die Corona-Prämie. Für alle die das Video sehen möchten hier der Link.

Kita-Personalcheck ist gestartet

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, der ver.di-Kita-Personalcheck ist gestartet!

Worum geht es?

Die Gewerkschaft ver.di führt bis zum  15.Juni 2021 eine bundesweite Befragung in allen Kitas durch. Die in ver.di organisierten Fachkräfte aus den Kitas, wollen wissen, wie es in der alltäglichen Arbeit aussieht. Daher werden Fragen zu der Arbeitszufriedenheit, zur Personalsituation, zur Fluktuation im Team, zu den Verfügungs- und Vorbereitungszeiten, zur  Anleitung/ Ausbildung und zu den Möglichkeiten der Weiterqualifizierung gestellt.

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Informationen zur Tarifverhandlung in Niedersachsen

Unsere Gewerkschaft ver.di hat eine erste Tarifinfo veröffentlicht, welche den derzeitigen Stand der Verhandlungen widerspiegelt.

Wer auch wissen möchte, welchen Eindruck die Arbeitgeber*innenseite dazu hat, kann sich auch deren Veröffentlichung anschauen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, verteilt bitte die Info von ver.di im Betrieb!

Der ag-mav Vorstand wünscht allen Mitgliedern der Tarifkommission gute Verhandlungen und ihr habt uns auf eurer Seite.

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Caritas und Diakonie: Neher und Lilie weiterhin konfus

Wer steigt eigentlich noch durch die geheuchelten Image-Rettungsversuche von Caritas und Diakonie durch? Nach der Ablehnung des Flächentarifvertrages in der Altenpflege (wir berichteten) scheinen beide Verbände nun öffentlich auf Schadensbegrenzung aus zu sein.

Als Pflegekraft kann man bei der Lektüre der zeitgleich am Montag erschienenen Meldungen von Caritas und Diakonie jedenfalls nur noch mit dem Kopf schütteln.

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Corona Prämie für Krankenhäuser

Es wird erneut eine erweiterte Sonderleistung an Pflegekräfte aufgrund von besonderen Belastungen durch die SARS-CoV-2-Pandemie gem. § 26d Krankenhausfinanzierungsgesetz ausgeschüttet. Wie beim letzten Mal gibt es eine veröffentlichte Liste, welche Krankenhäuser bei der Prämienauszahlung in welcher Höhe berücksichtigt werden. Die Verteilung obliegt dem Krankenhausträger im Einvernehmen mit der Arbeitnehmervertretung.

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