Fünf vor Zwölf im Tarifstreit

Die fünfte Verhandlungsrunde hat die Tarifparteien keinen Schritt voran gebracht. In der Diakonie Niedersachsen scheint es verschiedene Welten zu geben. Während ver.di-Verhandlungsführerin Annette Klausing das Ergebnis vom Montag als “mega-enttäuchend” beschreibt, ist der Geschäftsführer vom Diakonischen Dienstgeberverband Niedersachsen (DDN), Robert Johns, zuversichtlich. ” Es sieht so aus, als wäre ein Abschluss möglich”, wird Johns in einer Meldung der Braunschweiger Zeitung vom 10.04.2019 zitiert. Der DDN wolle sein Angebot nachschärfen.

DDN blockiert soziale Komponente

Die Gewerkschaftsforderung einer Mindestentgelterhöhung von 200.- Euro stößt beim DDN auf Widerstand. Von diesem Betrag würden besonders die unteren Entgeltgruppen profitieren. “Diese soziale Komponente würde den Diakonischen Arbeitgebern gut zu Gesicht stehen.” so Klausing. Sie verteilte am Mittwoch während einer Mitarbeiterversammlung in der Evangelischen Stiftung Neuerkerode, Lippenpflegestifte als Schutz vor sozialer Kälte in der Diakonie.

Für Ärzte hat der DDN ein Extraangebot vorgelegt. Von 2019 bis 2021 sollen stufenweise die Entgelte erhöht werden (2,8 Prozent, 2,5 Prozent und 2 Prozent). Die Gewerkschaften ver.di und Marburger Bund lehnen gesonderte Verhandlungen für Ärzte ab. Sie wollen gleiche Steigerungen für alle Beschäftigte – bis auf die Altenpflege, deren Bezahlung an die Krankenpflege angepasst werden soll (wir berichteten).

Andere Instrumente

“Wenn es in der 6. Verhandlungsrunde am 17.04. keinen Durchbruch gibt, so müssten die Beschäftigten zu anderen Instrumenten greifen.” so Annette Klausing. Bereits letzte Woche hatten in Niedersachsen zahlreiche Beschäftigte der Diakonie Ihren Unmut deutlich gemacht. Mit verschiedenen Aktionen haben sie ihre Forderungen in die Öffentlichkeit getragen (wir berichteten).


Das “Blitzinfo Nr. 5” der Gewerkschaften ver.di und Marburger Bund finden Sie >>> hier

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