Derzeit stehen häufig die negativen Aspekte in der Pflege im Vordergrund der Berichterstattungen. Sei es der bestehend und wachsende Personalmangel, die unauskömmliche Refinanzierung oder die schlechten Arbeitsbedingungen.
Diese Auflistung kann noch um viele weitere Punkte ergänzt werden, doch sollte einmal ein Blick auf positive Aspekte geworfen werden. Zwei Beispielen aus der Förderung des Pflegenachwuchs zeigen, es geht auch anders – wertschätzend und anerkennend.
Care Up Now – Was sich der Pflegenachwuchs wirklich wünscht
Beim Event „Care Up Now“, Ende März in Hamburg, tauschten sich zwei Tage lang 35 Auszubildende, Pflegekräfte und Nachwuchsführungskräfte über ihre Erfahrungen aus und entwickelten konkrete Ideen für Veränderungen im Arbeitsalltag.
Initiiert wurde das Format von Sarah Liedtke (Trainerin und Moderatorin für Generationen in der Pflege) und Tanja Ehret (Gründerin von CareTRIALOG) gemeinsam mit Katja Lohmann (Geschäftsführerin Pflegen & Wohnen Hamburg). Bei dem Event stand Beteiligung, Austausch und Selbstwirksamkeit im Fokus. Ziel war es, jungen Stimmen in der Pflege mehr Raum zu geben und sie aktiv in die Weiterentwicklung des Berufs einzubinden
Neben dem Austausch standen auch Impulse externer Referierender auf dem Programm, z.B. zum Thema der Gewalt in der Pflege und dem Umgang damit.
Deutlich wurde vor allem der Wunsch nach mehr Einbindung, Entwicklungsmöglichkeiten und gegenseitiger Wertschätzung im Team. Zudem entwickelten die Teilnehmenden gemeinsam ein Spiel mit sogenannten „Challenge-Karten“. Diese enthalten konkrete Maßnahmen, die sich innerhalb von 72 Stunden im eigenen Team umsetzen lassen – ohne zusätzliche Ressourcen. Ziel ist es, Selbstwirksamkeit zu stärken und Veränderungen direkt anzustoßen.
Ein Event welcher gut ankam, Entwicklungsmöglichkeiten aufweist und den Pflegenachwuchs wertschätzend einbindet.
Pflegausbildung in Teilzeit
Im März und April 2026 starteten in der Agaplesion Markus Diakonie gGmbH in Frankfurt neue Auszubildende in der Pflege, ein Teil davon in einem Teilzeitmodell. Das Angebot richtet sich vor allem an Eltern mit jungen Kindern, die Familie und Beruf verbinden wollen.
Im Teilzeitmodell verlängert sich die Ausbildung auf vier Jahre. Die Auszubildenden arbeiten 25 Stunden pro Woche und die reduzierte Stundenzahl wird laut Agaplesion von allen beteiligten Praxisstellen mitgetragen. Die Ausbildung erfolgt in Kooperation mit Pflegeschulen, die alle zwei Jahre eine Teilzeitausbildung anbieten. Um die Vereinbarkeit zu unterstützen, bietet der Träger flexiblere Arbeitszeiten an. So können Dienste zu späteren Zeitpunkten angetreten und Urlaube flexibler geplant werden.
Eine Anerkennung für die Bereitschaft eine Pflegeausbildung trotz privater Verpflichtungen anzutreten und Familie und Beruf verbinden zu können. Eine Möglichkeit, welche aufzeigt wie dem Personalmangel entgegengewirkt und der Pflegenachwuchs gefördert werden kann.


