In Pflegeeinrichtungen kommt es nicht selten zu Konflikten bis hin zu Gewalt. Das Schadenspotenzial ist erheblich und wirksame Prävention ist hochrelevant. Gewalt in Pflegeeinrichtungen kann in vielfältiger Weise und verschiedenen Konstellationen auftreten. Wirksame Maßnahmen zur Gewaltprävention müssen umfassend und einrichtungsspezifisch in einem Gewaltschutzkonzept implementiert sein.
Der Qualitätsausschuss Pflege hat 2026 bundeseinheitliche Empfehlungen zum Gewaltschutz veröffentlicht. Diese sehen insbesondere die partizipative Entwicklung und Implementierung von einrichtungsbezogenen Gewaltschutzkonzepten als einen zentralen Präventionsbaustein vor.
Hier der Link >> Bundeseinheitliche Empfehlungen für die Gestaltung von Prozessen zur Förderung des Gewaltschutzes in stationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten
Ein Praxisleitfaden für Gewaltschutzkonzepte in der stationären Langzeitpflege
Ein organisationsbezogenes Gewaltschutzkonzept soll die individuellen Rahmenbedingungen der Einrichtung sowie die Bedürfnisse und Bedarfe der Menschen, die dort leben und arbeiten, berücksichtigen. Bei der Entwicklung und Implementierung ist die aktive Partizipation von Personen aus allen Bereichen der Organisation wichtig, etwa Mitarbeitende aus der Versorgung und Verwaltung sowie Bewohnerinnen und Bewohnern. Dies ermöglicht es, die verschiedenen Perspektiven zu berücksichtigen und fördert Akzeptanz, Motivation sowie eine nachhaltige Verankerung. Zudem ist ein gezieltes Vorgehen wesentlich. Dazu gehört unter anderem die Durchführung einer Risikoanalyse, das heißt die systematische Reflexion von Risikofaktoren für Gewaltvorkommnisse in der Einrichtung. Wesentliche Aspekte sind zudem klare Zuständigkeiten und Verfahrensanweisungen, qualifizierende Maßnahmen, Anpassung von Strukturen und Prozessen sowie eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Konzepts.
Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) stellt einen wissenschaftlich fundierten Praxisleitfaden für stationäre Langzeitpflegeeinrichtungen bereit. Er soll Einrichtungen dabei unterstützen, ein partizipativ entwickeltes, organisationsbezogenes Gewaltschutzkonzept zu erarbeiten und umzusetzen. Der Leitfaden ist bundesweit, trägerunabhängig und unentgeltlich verfügbar. Dieser umfasst u. a. Basiswissen, Praxistipps, ein Check-up zur Risikoanalyse sowie eine Mustervorlage für ein Gewaltschutzkonzept.
Hier der Link >> Entwicklung eines organisationsbezogenem Gewaltschutzkonzepts
Im Rahmen des Gesundheitsschutzes sind Mitarbeitendenvertretungen an der Erstellung und Umsetzungen von Gewaltschutzkonzepten in der Mitbestimmung und daher eng einzubinden.


